20.04.2018 Psychische Gefährdungsbeurteilung für die Automatenbranche

Rundschreiben 15-2018

Liebe Mitglieder,

das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet jeden Arbeitgeber zu einer Beurteilung der Arbeitsbedingungen. Dazu muss der Arbeitgeber für die Beschäftigten die mit Ihrer Arbeit verbundene Gefährdung ermitteln. Dies beinhaltet verschiedene Faktoren, wie die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes, physikalische, chemische und biologische Einwirkungen oder die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit. Desweiteren ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, die psychische Belastung bei der Arbeit zu beurteilen, die sog. Psychische Gefährdungsbeurteilung (PGB)(§5 ArbSchG). Die PGB ist bereits seit dem 01.01.2014 für alle Arbeitgeber verpflichtend. Die Umsetzung dieser wird seit Jahresbeginn verstärkt auch in Spielhallen kontrolliert.

Die Vorgehensweise der Gefährdungsbeurteilung wird von dem Gesetzgeber nur sehr grob definiert. Beurteilt werden die Bereiche Arbeitsinhalt und -aufgabe, Arbeitsorganisation, soziale Beziehungen und Arbeitsumgebung. Die Berufsgenossenschaften haben als kostenlose Hilfestellung für Arbeitgeber ein 7-Schritte-System erarbeitet, welches den Arbeitgebern einen Rahmen für die Erfüllung der gesetzlichen Pflichten bietet.

Schritt 1: Festlegung von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten

Legen Sie die Arbeitsbereiche und Tätigkeiten fest, die beurteilt werden. Dies könnten in der Spielhalle bzw. bei einem Automatenunternehmen bspw. Bereiche und Tätigkeiten wie Verwaltung, Personalbüro, Führungstätigkeiten wie Team- und Regionalleiter, Service in der Spielhalle oder Technik Geldspielgeräte sein.

Schritt 2: Ermittlung der psychischen Belastung der Arbeit

Ermitteln Sie die psychische Belastung der Arbeit für die in Schritt 1 festgelegten Bereiche und Tätigkeiten. Wichtig: Bei der PGB wird der Bereich die Tätigkeit bzw. der Arbeitsplatz beurteilt, nicht der einzelne Mitarbeiter. Zur Ermittlung können Sie z.B. einen Fragebogen an alle Mitarbeiter austeilen. Einen Fragebogen stellt die BGHW kostenlos zur Verfügung (siehe unten). Hier müssen Sie nur den 1. Teil auf ihr Unternehmen anpassen.

Schritt 3: Beurteilung der psychischen Belastung der Arbeit

Nachdem die psychische Belastung ermittelt wurde, muss die ermittelte Belastung beurteilt werden. Hierbei wird festgelegt, ob ein Handlungsbedarf besteht, sprich ob Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit im Betrieb erforderlich sind. Auch hier bietet die BGHW ein kostenloses Programm zur Auswertung an (siehe unten).

Schritt 4: Festlegung von Maßnahmen

Wenn im Ergebnis der Beurteilung der psychischen Belastung festgestellt wurde, dass Maßnahmen erforderlich sind, müssen hier natürlich konkrete Maßnahmen für den Betrieb festgelegt werden. Dies könnten Maßnahmen wie bspw. eine frühzeitige Schichtplanung, regelmäßige Teamsitzungen oder ein besseres Raumklima sein. Hilfestellung bekommen Sie für diesen Schritt in der Broschüre PegA Von Daten zu Taten (siehe unten).

Schritt 5: Durchführung von Maßnahmen

Durch geeignete Maßnahmen werden arbeitsbedingte Gefährdungen reduziert. Bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen hat sich der Arbeitgeber an Grundsätzen zu orientieren, die in §4 ArbSchG beschrieben sind: Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird. Die vereinbarten und umgesetzten Maßnahmen müssen dokumentiert werden.

Schritt 6: Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen

Zu den Grundpflichten des Arbeitgebers gehört, getroffene Maßnahmen auf Ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen (§3 Abs. 1 ArbSchG). Dazu gehört die Beurteilung, ob sich die psychische Belastung durch die Maßnahme reduziert hat. Konnte z.B. durch eine frühzeitige Schichtplanung für die Servicekräfte eine bessere Planbarkeit von Beruf und Freizeit erreicht werden?

Schritt 7: Aktualisierung/ Fortschreibung

Die Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig zu überprüfen (ein genaues Intervall ist hier vom Gesetzgeber nicht festgelegt). Sollten Veränderungen der Arbeitsbedingungen oder neue Informationen vorliegen, muss der Arbeitgeber die PGB unverzüglich aktualisieren. Eine Aktualisierung ist auch erforderlich, wenn Schritt 6 eine Unwirksamkeit ergeben hat.

Als letzten Punkt ist zwingend darauf hinzuweisen, dass alle Betriebe gesetzlich zur Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung verpflichtet sind (§6 ArbSchG). Hierin sollten folgende Aspekte enthalten sein:

  • Aufzählung der Bereiche/ Tätigkeiten
  • Beurteilung der Gefährdung (Auswertung)
  • Festlegung der konkreten Maßnahmen (einschl. Termine und Verantwortliche)
  • Durchführung der Maßnahmen
  • Prüfung der Wirksamkeit
  • Datum der Erstellung

Wichtig: Die Dokumentation nach §6 ArbSchG erfordert keine bestimmte Form – Unterlagen können in Papierform oder elektronischer Form vorliegen.

Anhand dieser 7 Schritte und den zur Unterstützung zur Verfügung gestellten Broschüren und fertigen Instrumenten/ Programmen der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) kann jeder Arbeitgeber die PGB für sein Unternehmen selbstständig und ohne zusätzliche Kosten durchführen.

Downloads: 

Download PegA Start

Download PegA Fragebogen

Download PegA Manuelle Auswertungshilfe

Download PegA Elektronische Auswertungshilfe

Download PegA Von Daten zu Tagen

Zur Übersichtsseite der Berufsgenossenschaft: Hier klicken

Selbstverständlich können Sie sich auch jederzeit bei Fragen zum Thema PGB direkt an uns wenden.

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